LA – Wo die Reichen und Schönen wohnen (sollen)
April 1, 2008
Hey guys,
ich bin mittlerweile in LA gelandet. Na ja, in diesem Fall wohl eher angekommen. Ich habe nämlich von San Diego aus ausnahmsweise einmal nicht das Flugzeug genommen, sondern bin mit dem Pacific Surfliner die Küste hochgefahren. Nachdem Southwest Airlines ja so frei war mir mein Gepäck ins Hostel zu liefern stand ich aber vor der Abfahrt vor dem Problem, dass ich den ganzen Krempel diesmal alleine zum Bahnhof schleifen musste. Wirklich weit war es nicht, vielleicht 6 oder 7 Blocks – oder etwa 15 Minuten ohne verirren. Sollte also kein Problem sein, aber das Schicksal meinte es gut mit mir und so hat mir Chris aus dem Hostel angeboten mich mit seinem Rad schnell hinzufahren. Fahrrad, hallo? Ich habe einen Koffer dabei. Aber er ist stolzer Besitzer eines Vehikels, ich weiß leider gar nicht wie man die Teile nennt, es sah jedenfalls aus wie ein überdimensionales Dreirad. Eine sehr nette Geste wie ich finde *thumbs up*! Und die Fahrt war nicht nur viel besser als laufen, sondern auch einfach schön.
Als ich dann sage und schreibe 30 Minuten vor Abfahrt (bitte lobt mich an dieser Stelle) am Bahnhof ankam traute ich meinen Augen kaum. Da war eine Schlange vor dem Zug, die war gut 150 Meter lang. Das kann ja eigentlich nicht sein oder??? Es stellte sich dann nach und nach heraus, dass es sich nicht um einen Fehler sondern die Realität handelte, aber ganz ehrlich, das hätte nicht sein müssen. Die haben da einen Aufstand wie am Flughafen gemacht mit Absperrung, Passkontrolle und was weiß ich noch allem. Das einzige was sie ausgelassen haben war Röntgen des Gepäcks und die Sicherheitskontrolle. Crazy kann ich da nur sagen. Aber das Beste kam erst noch. Wenn man schon so einen Zirkus veranstaltet, dann muss es sich doch bei dem Zug um etwas Besonderes handeln, oder? So habe ich zumindest geschlussfolgert. Ich bin also mindestens von ICE- oder TGV-Standard ausgegangen, aber weit gefehlt. Das Ding fuhr nicht einmal so schnell wie die Regionalbahn von Mörlenbach nach Weinheim und hielt an jeder Milchkanne an. Unbelievable! Da könnte ein bisschen deutsche Effektivität nicht schaden, denn dann hätte der fast dreistündige Trip maximal 60 Minuten gedauert.
Aber was soll’s. Warum hetzen? Ich habe doch Urlaub und der Ausblick aufs Meer war wirklich sagenhaft!
In Los Angeles wurde ich dann am Bahnhof auch schon von einem Freund in Empfang genommen, der mich gleich zum Hostel gebracht hat. Nach dem einchecken sind wir dann noch einmal losgezogen um einen Happen zu essen. Pink Tacco hieß das Restaurant und das war echt einmalig. So was hatte ich noch nie gesehen. Schön und gut war’s und viel zu erzählen gab es natürlich auch.
Am Freitag habe ich dann an einer vom Hostel organisierten Tour durch BeverlyHills und Bel-Air teilgenommen. Als ich meinen Namen auf die Liste gesetzt habe wusste ich noch nicht was mich erwartet. Ich dachte die zeigen uns ein bisschen die Stadt. Haben sie ja gewissermaßen auch, aber eigentlich wollte ich nicht so genau wissen wo Denny DeVito und dieser Playboy-Fuzzi wohnen (um nur einmal zwei zu nennen). Ich war also auf so einer Wo-Wohnen-die-Promis-Tour gelandet… Nice! Während wir da so durch diese Nachbarschaften liefen habe ich dann festgestellt, dass ich gnadenlos schlecht informiert bin! Gibt es doch ganz klare Anzeichen, dass George Clooney schwul ist und Tom Cruise mit seiner Kathy Holmes einen Vertrag über 10 Jahre Ehe geschlossen hat und das gemeinsame Kind eigentlich vom Scientology-Oberhäuptling gezeugt wurde und nicht von Tommy-Boy selbst (sieht es doch aus wie die Mama, hat aber doch so gar nichts mit dem Papa gemein). HILFE!!! In Sachen Gossip bin ich jetzt auf jeden Fall auf dem neuesten Stand! Abends sind wir dann nach Santa Monica zum Pier gefahren. Sensationell sage ich euch. Der Strand ist einfach der Wahnsinn und dann wurde es auch noch langsam dunkel. Es war echt extrem schön anzusehen. Um 23 Uhr haben wir dann aber schlapp gemacht und sind nach Hause gegangen (es wurde doch auch ein bisschen frisch), schließlich wollten wir auch für Samstag wieder fit sein. Es stand Kultur auf dem Programm (wenn man da nicht ausgeschlafen hat… Ihr könnt euch ausmalen was für Gefahren da bestehen
). Wir wollten ursprünglich ins Getty-Museum. Dort angekommen mussten wir aber feststellen, dass es total überlaufen war und so haben wir beschlossen das ganze zu verschieben und stattdessen Venice-Beach zu „besichtigen“. Es war definitiv eine gute Entscheidung. Das Wetter war toll und auf der Promenade waren etliche Straßenkünstler zu Gange. Es war also ein sehr buntes Treiben und ich wusste gar nicht wo ich hingucken sollte. Anschließend habe ich zufällig das Hollywood-Sign auf einem Hügel entdeckt und so haben wir spontan beschlossen das ganze mal aus der Nähe betrachten zu wollen. Das es in einer mehrstündigen Wanderung endet war wohl am Fuß des Hügels noch keinem klar, aber es hat sich gelohnt. Nicht nur des Schildes wegen, sondern auch weil man von da oben einen tollen Blick über LA hat. Das war auf jeden Fall wieder mal ein Wow-Erlebnis. Da leider nur ich Urlaub hatte stand für meinen Reisführer dann erst einmal etwas arbeiten auf der Tagesordnung. Ich habe die Zeit genutzt und habe mal meine Wäsche gewaschen. Nach fast drei Wochen quer durchs Land war das einfach mal nötig und es tat auch ganz gut nicht laufen zu müssen. Abends recht spät sind wir dann noch ins Kino gegangen. Habt ihr schon einmal von dem Film „Stop-Loss“ gehört? Ich weiß nicht ob der bei uns überhaupt gezeigt werden wird. Jedenfalls haben sie die Geschichte von einigen Soldaten die aus dem Irak zurück kamen erzählt. Depressing. Mehr fiel mir dazu nicht ein. Es ist echt bitter, aber ich glaube es ist wichtig, dass die Geschichte einmal erzählt wurde.
Für alle die fleißig mitgezählt haben, ja, genau richtig mittlerweile sind wir bei Sonntag angekommen. Und was sagt uns das? Sonntag sucks! Das bedeutete nämlich, dass ich mich an den Flughafen begeben musste, aber vorher musste ich mich erst einmal noch bis 15 Uhr alleine beschäftigen, da mein Tour guide ins Büro beordert wurde. Da ich ja direkt in Hollywood wohnte dachte ich mir, ich schaue mir mal das nahe liegendste an und so habe ich mich (ohne Frühstück, denn der Pfannkuchenteig war leer [Thank god it’s over. Ich kann keine Pancakes mehr sehen!]) auf den Weg zum Walk of Fame gemacht. Auf dem Weg dorthin bin ich allerdings aber erst einmal über einen Markt gestolpert, den ich bevor es weitergehen konnte genauer unter die Lupe genommen habe. Anschließend bin ich dann über den Walk of Fame geschlendert. Es ist wirklich unglaublich wer alles einen Stern hat. Das geht von Bugs Bunny, über Sigfried & Roy, zu den Simpsons. Dann sind da noch David Hasselhoff, Alfred Hitchkock, Jonny Depp, die Beatles und was weiß ich noch wer. Es ist also wirklich alles vertreten. Auf dem Rückweg bin ich dann noch am Kodak-Theater vorbeigekommen. Das war wie im Zirkus. Mir kamen Shrek und Elvis entgegen, Darth Vader war auch da (der war kleiner als ich!), Capitain Jack Sparrow hat Anstalten gemacht mich zu erschießen, aber Snoopy hat interveniert.
Es war echt verrückt. Mittags sind wir dann noch nach San Pedro Hafen gefahren, haben dann noch die Queen Mary angeschaut und zum Abschluss haben wir dann noch einen Abstecher nach Long Beach gemacht. Ich liebe das Meer und den Strand einfach!
Leider war es dann wirklich an der Zeit an den Flughafen zu gehen und wieder in den Flieger zu steigen.
Das war es also mit Califonien für mich. Es war einfach super. Ich glaube etwas Besseres als diesen Spontantrip hätte ich mir nicht einfallen lassen können. Ich hatte so viel Spaß und habe so viel Neues gesehen. Einfach ein Traum und es war so schön warm und sonnig *schwärm*!
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